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. . . und ich will
Eine total verzweifelte Frau rauft sich während Minuten die
Haare und schlägt sich selbst. Sie taumelt quietschend in himmelblauer
Abendrobe hin und her. Pausenlos rückt sie gefährlich
nahe und weicht zurück. Wild gestikuliert sie im leeren Betonbunker
und ist ohne offensichtlichen Grund ihren enthemmten Agressionen
ausgeliefert. Das Kontrastieren der exzessiven Körpersprache
der Künstlerin und der Leere des Raums resultiert in einem
Maximum an Expressivität. Sie wird durch die erhöhte Abspielgeschwindkeit
des Bandes noch gesteigert. Beängstigend nahe gerät die
so entstehende rasende Furie an die irrationalen Extreme der Verzweiflung
und des Irrsinns. Chantal Michel portätiert in ihrer Videoarbeit
"und ich will. . ." mit bewegten und bewegenden Bildern einen der
äussersten Pole der menschlichen Psyche. Das Ausloten und Sichtbarmachen
der Facetten menschlicher Befindlichkeiten nahm in allen Bereichen
der Kunst stets eine zentrale Rolle ein. Die Künstlerin vertritt
in ihren Videoarbeiten insgesamt eine Position, in der sie das Spektrum
der menschlichen Emotionen - die Potentiale der heutigen condition
humaine - mit den ihr eigenen Strategien durchleuchtet.
Text: Claire Schnyder Lüdi
6 Min. - 1998
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