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Mit grossen leeren Augen starrt Chantal Michel in die Kamera und kostet, als würde sie es zum ersten Mal tun, vorsichtig eine Praline. Doch kaum hat sie begriffen, wird aus der sinnlichen Annäherung ein automatisierter Essvorgang. Zwanghaft stopft sich die Frau im unschuldigen hellrosa Kleidchen Schokolade in den Mund, kaut, schluckt schwer, stönt manchmal leise auf und kann doch nicht aufhören. Beklemmend konzentrieren die Ess- und Schmatzgeräusche die Leere und Monotonie dieses Essens ohne Denken, ohne Verdauen, ohne Genuss. Chantal Michel isoliert in der Videoarbeit "...+1+1+1+1+1..." wieder einen menschlichen Gefühlszustand, indem sie ihn an einem Wesen vorführt, das sich und seine Gefühle nicht zu kennen scheint und so zum Sinnbild einer unerfüllten Befriedigung wird.

Text: Julia Hofer, Zürich

Video als GIF (420kB)
Kinoversion 11'15 Min.

1998
. . . +1+1+1+1+1 . . .

 

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